Das Sonnenlicht dringt lässig in mein kleines Zimmer. Ich merke, dass ich mit der Sonne noch gar nichts zu tun haben möchte. Ich würde die Uhr zurückdrehen wollen, um noch ein par Stunden schlafen zu können. Den Tag verpassen, möchte ich auch nicht. Zu spät. Ich bewege mich so leise wie nur möglich und so unauffällig, wie nur möglich, um nicht bemerkt zu werden. Ich hole mir eine Tasse Kaffee und sortiere meine Gedanken. Hatte ich gestern Abend einen Plan? Ich habe eigentlich immer einen Plan. Eine vage Idee vom Ablauf der kommenden Tage. Ich lebe selten einfach nur in den Tag hinein, wenn das heißt, dass man sich erst nach etlichen Stunden erinnert, was noch mal zu tun war. Bei mir kommt diese Erinnerung schon nach der ersten Tasse Kaffe, der ersten Zigarette des Tages zurück, dennoch, fast immer in letzter Zeit zusammen mit einem schlechten Gewissen. Der Plan und die Realität bekommen sich gerade selten zu sehen. Mein morgendlicher Optimismus ist aber auch heute wieder ausreichend um die Dinge so einigermaßen ins Gleichgewicht zu bringen.