Es gibt alle möglichen Arten von Großmäulern. Geschickte, ungeschickte dumme, schlaue, angesehene und verachtete, oder alle diese Spielarten gemischt. Es ist nicht leicht ein Großmaul gleich als solches zu erkennen, oder zu entlarven. Es gehört ein gewisses Maß an Erfahrung dazu immer gleich zu erkennen, ob es sich bei einer Person um einen inspirierten Geist, oder um eine Flachpfeife handelt. Besonderes hart trifft es dann die, die auf der Suche nach einem inspirierten Geist sind: eben haben sie Hoffnung geschöpft, da entpuppt sich jemand an den sie beschämend lange geglaubt haben als Großmaul. Ein Hinweis darauf, dass jemand ein Großmaul ist, ist oft sein Umgang. Das Großmaul vermeidet den Umgang mit all zu intelligenten, oder Menschen, die zu weit herum gekommen sind ganz bewusst, um die Gefahr der Enttarnung zu minimieren. Auch sucht es oft die Nähe von jungen, vielleicht weniger weit herumgekommenen Menschen, die es zu seinen Bewunderern machen möchte und die es oft geschickt umwirbt, indem es sich um sie kümmert. Hat man etwas Erfahrung, kann man das Untier leicht in Verlegenheit bringen, indem man Fragen stellt. Es reagiert dann so, das es andere Fragen stellt um die Führung des Gesprächs wieder zu erlangen. Nur im allergrößten Notfall und also eigentlich gar nicht, läßt es sich auf eine wirkliche Diskussion inhaltlicher Thematiken ein, denn es möchte nicht diskutieren, sondern dominieren. Es wird also immer der Beantwortung von Fragen ausweichen und stattdessen neue Behauptungen in den Raum werden. Großmäuler sind leider gar nicht so selten und kommen in allen Gesellschaftsschichten vor. Sie gehören zu den hartnäckigsten Dieben des kostbaren und unwiederbringlichen Guts: Der Zeit.