Jeden Tag die gleichen Sachen machen. Jeden Morgen das flaue Gefühl im Magen auf dem Weg zur Arbeit. Die Reise ins Grau. Irgendwas ist immer. Kein Feuerzeug im Auto, kein Benzin, keine Musikcassette, Stau, mieses Wetter. Und dazu dann diese gruselige Musik im Radio. Alles ist klamm. Die Farbe des Asphalts ist die des Himmels, die der protestantisch calvinistischen Häuser. Sogar die vereinzelten grünen Inseln schaffen es grau zu wirken. Bäume gibt es hier nur an den Stellen, aus denen auf keine irgendwie erdenkliche Art Gewinn herauszuschlagen wäre. Einer der vielen Nachteile unserer Art zu wirtschaften. Einige andere: „Modern Talking“ oder „Captain of your heart“. Kein Parkplatz, herumkurven, Stress, Streit. Hetzen. Man ist zu jung um sich zu fügen. Der Versuch ein par Minuten für sich selbst und eigene Gedanke herauszuschinden, führt zwangsläufig zu Folgekonflikten.
Der Geruch im Treppenhaus, der durch einen Nebeneffekt des menschlichen Lernens sich in der Erinnerung fest verzahnt hat mit dem dumpfen Gefühl das regelmäßig in Zusammenhang mit dieser Arbeit auftaucht. Ein Gefühl des Aufstehenwollens, des Wegwollens, der Langeweile und Unterforderung. Ein ständiges sich zusammenreißen. Und das Gefühl taucht jetzt schon auf, bevor die Symptome auftreten. Es ist ja noch gar nicht langweilig, aber es riecht schon so. 5 Minuten vergehen indem man aus dem Monatslohn zuerst den Tages und dann den Stundenlohn, sowie den Minuten- und den Sekundenlohn errechnet. Weitere 5 bis 10 Minuten könnte man durch errechnen der zehntel, hundertstel und tausendstel, ja Nanosekunden herum kriegen, weil man zunächst herausfinden müsste, was eine Nanosekunde noch mal war. Diese sind aber irrelevant, da man sie auf einer normal eingestellten Uhr nicht angezeigt bekommt. Der Gedanke, das jede herumgebrachte Sekunde mit einem Betrag verbunden ist, den man später ausgezahlt bekommen wird, tröstet leider überhaupt nicht – angesichts des Preises. So schlimm wie sich die Sekunden anfühlen, müssten sie weitaus teurer sein. So bleibt das herumrechnen nur eine weitere Demütugung. Und bedeutet im Übrigen eine Gefahr, da es die Produktivität des Rechnenden untergräbt. Irgendwann wird das jemandem Auffallen.